Rotes Kreuz Groß-Enzersdorf - Geschichte

Die Anfänge der „freiwilligen Hilfe“ in und um  Groß-Enzersdorf führen bis in das Jahr 1867 zurück.  Damals wurden über Befehl von Kaiser Franz-Josef  in allen grösseren Orten „patriotische Hilfsvereine“ gegründet.

altes RK-Logo

In den Kriegsjahren 1914 bis 1918 (Erster Weltkrieg) befanden sich am Kirchenplatz 12 und in der Kaiser-Franz-Josef Strasse 4  sogenannte „Marodenhäuser“ (damaliger Begriff für Militärkrankenhäuser). Dort wurden die Verwundeten von den Schwestern und freiwilligen Helfern des damalig bestehenden patriotischen Hilfsvereins gepflegt.  Aus eben diesem ging nach Ende des Ersten Weltkrieges das Rote Kreuz Groß-Enzersdorf hervor. Nach Jahren ehrenamtlicher Hilfe und Unterstützung der Bevölkerung in und um Groß-Enzersdorf, erfolgte 1938 die Eingliederung in das Deutsche Rote Kreuz. Die damalige Rot Kreuz-Stelle befand sich am Kirchenplatz 2.

Groß-Enzersdorfer Rettungskutsche 

In den letzten Kriegstagen des Jahres 1945, wurden die letzten vorhandenen Rettungsautos verschleppt. Durch die Sprengung der Donaubrücken wurde diese Notsituation noch verstärkt. Dadurch waren die nächstgelegenen Wiener Krankenhäuser für das Groß-Enzersdorfer Rote Kreuz nicht mehr erreichbar.

Rot-Kreuz Helfer vor Rettungswagen



Der damalige Gemeindearzt Dr. Anton Krabichler errichtete in dieser Notsituation im Haus Elisabethstrasse 7 ein Notspital. Dabei wurde er tatkräftig von den Schwestern und Sanitätern des Roten Kreuzes unterstützt.

Neuer Rot Kreuz-Wagen (Skoda)

 

In diese Zeit fällt auch die Neugründung der Rot Kreuz-Bezirksstelle Groß-Enzersdorf. Als erster Krankentransportwagen, wurde ein geschenkter englischer Militärkraftwagen eingesetzt. 1953 wurde ein zusätzlicher Skoda-Rettungswagen angeschafft.

Weihung eines neuen Rettungsautos

RK-Mitarbeiter

In der Zeit zwischen 1959 und 1991 leitete Hr. Johann Donner die Bezirksstelle. Während dieser Zeit wurde das Rote Kreuz Groß-Enzersdorf in seiner heutigen Form etabliert.

RK-Mitarbeiter vor RK-Autos



Henry Dunant


Die Entstehung des Roten Kreuzes - Henry Dunant

 


Im Jahre 1859 bereiste der Schweizer Geschäftsmann Henry Dunant die damals in Blut und Asche liegende Lombardei. Am Abend einer blutigen Schlacht zwischen Italienern und Franzosen einerseits und Österreichern andererseits kam er nach Solferino und stellte mit Entsetzen fest, dass tausende von verwundeten Soldaten ohne jegliche Hilfe auf dem Schlachtfeld zurückgelassen worden waren, dem sicheren Tod ausgeliefert. Dieses furchtbare Geschehen stand am Anfang des Rotkreuz-Gedankens.

Schlacht von Solferino

Nachdem Henry Dunant zunächst einmal mit behelfsmäßigen Mitteln an Ort und Stelle eine Hilfsaktion organisiert hatte, berichtete er der Welt, was er gesehen hatte; er schrieb "Eine Erinnerung an Solferino", ein Buch, das ganz Europa erschütterte. In diesem Tatsachenbericht schlägt Dunant eine Lösung vor. Er will den Unzulänglichkeiten der Sanitätsdienste der Armeen dadurch begegnen, dass in Friedenszeiten "freiwillige Helfer" ausgebildet werden, deren "Neutralisierung" bis aufs Schlachtfeld durchgesetzt wird.

Vier Genfer - der Bankier Gustave Moynier, General Guillaume-Henri Dufour sowie die Ärzte Louis Appia und Théodore Maunoir - schließen sich Dunant an, um das "Internationale Komitee der Hilfsgesellschaften für Verwundetenpflege" - das künftige Internationale Komitee vom Roten Kreuz - zu gründen. 

Bereits 1864 unterzeichneten zwölf Staaten einen Vertragsentwurf des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz zur "Verbesserung des Schicksals der verwundeten Soldaten der Armeen im Felde". In dieser 1. Genfer Konvention wurde festgelegt, dass Ambulanzen, Lazarette und Sanitätspersonal des Roten Kreuzes als neutral anerkannt, geschützt und geachtet werden und die Verwundeten ohne Unterschied der Nationalität und Partei aufgenommen und gepflegt werden dürfen.

Als Schutz- und Kennzeichen wurde das rote Kreuz auf weißem Grund bestimmt. Es ist dies die Umkehrung der schweizerischen Bundesfarben, die zu Ehren der Schweiz angenommen wurden. 1876 wurde der rote Halbmond als zusätzliches Zeichen in den islamischen Ländern eingeführt.  

Im Jahre 1901 wurde an Henry Dunant der erste Friedensnobelpreis verliehen. In der Folge wurde der Friedensnobelpreis dreimal dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz zuerkannt, in den Jahren 1917 und 1944 in Würdigung seiner humanitären Tätigkeit während der beiden Weltkriege und dann wiederum im Jahre 1963, diesmal gemeinsam mit der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (vormals Liga) aus Anlass des hundertjährigen Bestehens der Bewegung.

Henry Dunant (1828-1910)

Heute gibt es nationale Gesellschaften vom Roten Kreuz und vom Roten Halbmond in nahezu 170 Ländern, d. h. in fast allen Staaten der Erde (Link 3.5 International). Freiwillige und hauptberufliche Mitarbeiter leisten weltweit ihren Dienst für Menschen in Not nach einheitlichen Grundsätzen, helfen freiwillig im Zeichen der Menschlichkeit. 

ZEITTAFEL

Quellenachweis (Text): Österreichisches Rotes Kreuz